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Eon: Thüringen will sich selbst versorgen12 Dezember, 2012 von Thomas

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Eon: Thüringen will sich selbst versorgenThüringens Gemeinden stehen vor einer großen Entscheidung. Die Mehrheit der Thüringer Energie AG steht zum Kauf bereit. Bisher wird diese vom Energiekonzern Eon geleitet, es ergibt sich die Chance einer eigenständigen Versorgung. Die Unabhängigkeit klingt reizvoll, doch sie wirft auch einige Fragen auf.

Wie ist die aktuelle Situation?

Eon hält bislang 53 Prozent der Unternehmensanteile, weitere 36 Prozent liegen in den Händen von mehr als 800 Thüringer Städte und Kommunen. Sie werden unter der Kommunalen Energie Beteiligungsgesellschaft Thüringen (KEBT) vereinigt. Die Stadt Suhl hält noch acht Prozent und die restlichen drei verteilen sich auf andere Kommunen.

Der Gesamtwert des Unternehmens beträgt rund 1,8 Milliarden Euro. Die Kommunen wollen 46,1 Prozent der Eon-Anteile kaufen und müssten damit 567 Millionen Euro tilgen. Bei etwa 50 Millionen Gewinn pro Jahr, ist der Kaufpreis extrem hoch.

Kommunen nehmen Kredite auf

Die Gemeinden sind nicht sehr liquide und so werden 400 Millionen Euro als Kredit aufgenommen. Allein acht Jahre wären nötig, um diesen Betrag abzahlen zu können. Diese Summe wird aber lediglich für die Pensionskasse Eons gezahlt, sodass die Gesamtsumme der Kredite 967 Millionen Euro beträgt. Zurecht fragen sich die Bürger, ob sich so ein Kauf überhaupt lohnt.

Die Kommunen sind zumindest überzeugt davon. Für eine schnellere Tilgung soll ein ebenso hohes Gesellschafterdarlehen von 400 Millionen gestellt werden. Die Kommunen können sich Geld zu günstigeren Konditionen leihen, sodass ein gewisser Ertrag entsteht, der dem Gesamtkredit zu Gute kommt. Zeitgleich sollen die Dividenden der Thüringer Energie AG verwendet werden, um in den nächsten 20 Jahren alle Kredite abzulösen. Solange können die Dividenden natürlich nicht für andere Zwecke verwendet werden.

Ein Zahlenspiel mit hohem Risiko?

Klemens Bellefontaine von der Mittelrheinischen Treuhand GmbH, sprach von einem Risiko „gleich Null“. Das kommt für ihn daher, weil die Einnahmen der AG überwiegend aus dem Betrieb von Strom- und Gasnetzen kommen. Diese sein stabil, weil die Regierung hierfür feste Vergütungen vorgibt. Aber was ist, wenn doch etwas schief läuft, haftet dann das Bundesland Thüringen dafür?

Eine direkte Haftung ist ausgeschlossen, aber geraten Kommunen in finanzielle Schieflage, sieht es schon schlecht aus. Deshalb wird jetzt eine intensive Prüfung der Beteiligten Gemeinden durchgeführt. Nun muss mindestens die Hälfte der KEBT Mitglieder dem Deal zustimmen. An diesem Samstag muss der Entschluss stehen.

Quelle: http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Der-Countdown-fuer-die-Eon-Uebernahme-laeuft;art83467,2194184

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